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14.01.2022

Schmidt zur Notarzt-Diskussion: „Entscheidung muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren“

Landtagsabgeordnete schaltet sich in die Diskussion um die Notarzt-Standorte im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ein

Uehlfeld. Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt hat in den vergangenen Tagen eine Reihe von Gesprächen hinsichtlich der Neuorganisation der Notarzt-Standorte im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim geführt. Vor allem mit ihren Mitstreitern auf Landesebene hat sie sich dabei intensiv ausgetauscht. Die Politikerin der Freien Wähler fordert die Kassenärztliche Vereinigung nun auf, die besonderen Herausforderungen eines großen Flächenlandkreises wie Neustadt/Aisch-Bad Windsheim endlich ernst zu nehmen. „Es kann doch nicht sein, dass in einem derart großen Gebiet wie dem unseren pro Tag nur noch zwei Notärzte Dienst tun sollen“, so Schmidt. Eine so weitreichende Entscheidung könne nicht rein anhand irgendwelcher Zahlen getroffen werden, sondern müsse sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren.

Statt immer nur mit Ärztemangel zu argumentieren, brauche es zeitgemäße Lösungen und es müssten ernsthafte Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden. Auch die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern – und somit den Betroffenen – müsse besser werden.

„Die Realität wird bei einer Zusammenlegung der Dienstpläne der Notarzt-Standorte Bad Windsheim und Uffenheim doch sein, dass ein Erkrankter oder Unfallopfer im ungünstigen Fall eben sehr lange auf Hilfe warten muss“, sagt Schmidt. Es hänge dann davon ab, welcher Standort am entscheidenden Tag zufällig besetzt sei.

„Die aktuelle Diskussion ist auch nur eine weitere Episode dessen, was bei der ärztlichen Versorgung in Westmittelfranken schief läuft“, meint Schmidt. Die Versorgung mit Allgemeinärzten sei ebenfalls nicht zufriedenstellend gelöst. „Hier ist schlichtweg die Entwicklung verschlafen worden. Darauf habe ich auch schon vor Jahren hingewiesen, doch man hat mich nicht ernst genommen“, so die Landtagsabgeordnete. Offenbar sei es nicht gewünscht, den Finger in die Wunde zu legen. „Ich frage mich dann schon, ob die Regelung, der Kassenärztlichen Vereinigung derart viel Spielraum zu geben, noch zeitgemäß ist.“

In Briefen an die Landkreise Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach sowie die Kassenärztliche Vereinigung und den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann appellierte Schmidt dringend, sich für eine Entscheidung zum Wohle der Menschen vor Ort einzusetzen.

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