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01.10.2021

„ICE-Tunnel darf nicht zulasten der Neustädter S-Bahn gehen!“

Uehlfelder MdL Gabi Schmidt (FW) fürchtet, dass der Ausbau der Nahverkehrsgleise auf der Strecke bleibt.

Uehlfeld. „Der Ausbau der S-Bahn-Strecke zwischen Nürnberg und Neustadt/Aisch darf nicht unter die Räder kommen, wenn tatsächlich ein Tunnel für die ICEs auf der Linie Würzburg-Nürnberg gebaut wird“, fordert Gabi Schmidt, Uehlfelder Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler (FW) im Bayerischen Landtag.

MdL Gabi Schmidt freut sich zwar über von Medien verbreitete Meldungen, dass fast 6 Milliarden Euro in den Ausbau der ICE-Verbindung Nürnberg-Würzburg fließen sollen: Die Strecke gilt nun als „vordringlicher Bedarf“. Mit 300 km/h sollen die Schnellzüge dort unterwegs sein und die Fahrzeit auf 29 Minuten verkürzen: Das hatten Bahn und Bundesverkehrsministerium vor gut einem Monat verkündet. Allein 864 Mio. Euro sind dabei für einen „zusätzlichen (Schnellzug-)Tunnel Fürth-Bislohe – Nürnberg Hbf“ vorgesehen, steht im Abschlussbericht zum Deutschlandpakt.

Doch die stellvertretende FW-Fraktionsvorsitzende fürchtet, dass dann Geld für den ebenfalls dringend notwendigen Ausbau der ÖPNV-Verbindung Nürnberg-Neustadt/Aisch fehlt. „Auch wenn die Nahverkehrszüge hier bald S-Bahn heißen: Es fehlt weiter an ausgebauten und barrierefreien Bahnhöfen entlang der Strecke. Und ohne das dritte Gleis zwischen Fürth und Siegelsdorf bleibt das Nadelöhr hier bestehen.“ Im Zuge des ICE-Ausbaus müsse zwingend ein S-Bahn-Konzept mitgeplant werden, das seinen Namen verdiene.

Das dritte Schienenpaar müsste eigentlich sogar von Fürth bis Neustadt/Aisch geführt werden, um den allseits und seit langer Zeit bekannten Engpass zu beseitigen. „Noch dazu, weil im künftigen Deutschlandtakt der Bahn ab 2030 die ICEs noch viel öfter fahren sollen. Aber die alte Brücke von Emskirchen wurde ja ohne Not abgerissen. Das verstehe ich bis heute nicht“, erklärt Gabi Schmidt. Aber wenigstens eine frühere Forderung sieht die Freie-Wähler-Abgeordnete Gabi Schmidt nun von der Bahn berücksichtigt: „Immerhin soll dieser geplante Schnellzugtunnel auch von Güterzügen benutzt werden können. Damit könnten mehr Güter auf der Schiene transportiert werden. Ein Hoffnungsschimmer.“

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