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Johann HäuslerJohann Häusler
Gabi SchmidtGabi Schmidt
10.06.2021

FREIE WÄHLER-Fraktion fordert: Belastungen und Bedürfnisse von Familien und Kindern während der Pandemie stärker berücksichtigen

Susann Enders, sozialpolitische Sprecherin der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, Gabi Schmidt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Kinder, sowie Hans Häusler, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und arbeitspolitischer Sprecher, zum Antrag „Auswirkungen der Coronapandemie auf Kinder und Jugendliche frühzeitig entgegenwirken“ im heutigen Sozialausschuss:

Enders:

„Wie eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf nahelegt, leidet mittlerweile fast jedes dritte Kind unter psychischen Auffälligkeiten infolge der Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen. Sorgen und Ängste haben zugenommen, aber auch Depressionen und psychosomatische Beschwerden treten verstärkt auf. Wir als FREIE WÄHLER Landtagsfraktion setzen uns deshalb dafür ein, dass die seelischen Belastungen und Bedürfnisse von Familien und Kindern während der Pandemie stärker berücksichtigt werden. Konkret haben wir die Staatsregierung daher aufgefordert, die psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosozialen Angebote für Kinder und Jugendliche sowie deren Familien weiter auszubauen. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass auf Bundesebene mehr Kinder- und Jugendpsychiater für die Versorgung der Patientinnen und Patienten zugelassen werden. Denn kein Kind darf zum Verlierer der Pandemie werden.“

Schmidt:

„Besonders Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund sind durch die Corona-Pandemie stark belastet. Denn auch räumliche Enge und fehlende Ausweichmöglichkeiten können zu erhöhtem familiären Stress und im schlimmsten Fall zu häuslicher Gewalt führen. Deshalb brauchen wir mehr Angebote, um insbesondere Kinder aus risikobehafteten Abhängigkeitsverhältnissen zu unterstützen und ihre seelische Gesundheit zu stärken beziehungsweise wieder herzustellen. Im Sinne der Chancengerechtigkeit bleibt es wichtig, dass unsere Schulen trotz Corona-Beschränkungen weiterhin engagiert den Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern suchen und ihnen so Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegenbringen. Sonst besteht die Gefahr, dass vor allem Kinder aus Risikofamilien ihre Motivation und Lernfreude verlieren. In diesem Zusammenhang danke ich allen Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern. Sie haben in den vergangenen Monaten nie weggeschaut, sondern im Gegenteil: sehr genau hingesehen!“

Häusler:

„Besonders junge Menschen sind durch die Corona-Pandemie psychisch stark belastet. Denn sie befinden sich in einer Lebensphase, die üblicherweise von hoher räumlicher und sozialer Mobilität geprägt ist. Wichtig ist deshalb, eine breite Infrastruktur für psychische Gesundheit vorzuhalten, so dass junge Menschen mit psychischen Problemen schnelle Unterstützung und Betreuung erhalten können. In diesem Zusammenhang appellieren wir insbesondere auch an die Bayerische Landesärztekammer, verstärkt entsprechende Fort- und Weiterbildungen für Haus- und Kinderärzte mit einschlägiger Fachausrichtung anzubieten.“

Hinweis: Den erwähnten Antrag finden Sie HIER.