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30.09.2022

"Die Pläne für die Landratsamtserweiterung sind aus der Zeit gefallen"

Landtagsabgeordnete kritisiert Planungen und macht Alternativvorschläge

UEHLFELD. Der Bau- und der Kreisausschuss haben sich in einer gemeinsamen Sitzung mit den Planungen zur Erweiterung des Landratsamtes beschäftigt. Thema waren dabei unter anderem die aufgetretenen Kostensteigerungen. Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt aus Uehlfeld nimmt die neu aufgekommene Diskussion zum Anlass, ihre Kritik an der Landratsamtserweiterung zu erneuern.

„Die Pläne, die uns vorliegen, sind aus der Zeit gefallen. Wir sollten die Chance nutzen und nicht am bestehenden Standort erweitern, sondern in die Fläche gehen und Bürgernähe vor Ort beweisen. Wir haben in Scheinfeld, Uffenheim und auch Bad Windsheim bestehende Gebäude, die für eine Nutzung als Behörde gut geeignet sind und mit einem überschaubaren Kostenrahmen ertüchtigt werden können“, sagt die Politikerin der Freien Wähler. Durch diese Außenstellen des Landratsamtes könnten Innenstädte (wieder) belebt und Leerstände reduziert werden. „Eine solche zukunftsgerichtete Maßnahme würde uns als einem der größten Flächenlandkreise Bayerns gut zu Gesicht stehen.“

Und noch etwas treibt die Landtagsabgeordnete um: „Die Corona-Krise hat uns gelehrt, dass immer mehr online kommuniziert wird. Ich bin mir sicher, dass – wie heute schon im Bereich der Gesundheitsversorgung – auch für Behörden Videosprechstunden oder Besprechungen per Online-Konferenz künftig alltäglich werden.“ Es sei deshalb nicht mehr zwingend nötig, dass alle Mitarbeiter am selben Standort arbeiten.

Gabi Schmidt ist im Landtag Mitglied des Haushaltsausschusses und hat deshalb die Kosten von Bauprojekten stets im Blick. „Für mich ist es aber auch eine Selbstverständlichkeit, dass eine funktionierende Verwaltung optimale Arbeitsbedingungen braucht, um ihre Aufgaben erfüllen zu können“, sagt die Uehlfelderin. Es sei jedoch die Frage, wie man diese optimalen Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten des Landratsamtes, die ohne Frage eine sehr gute Arbeit leisten würden, erzeuge: „Wenn wir in anderem Zusammenhang Behördenverlagerungen – wie etwa im Fall des Digitalzentrums Neustadt – als Erfolg feiern, sollten wir auch als Landkreis den Schritt in die Fläche gehen.“

Bedenken müsse man darüber hinaus noch einen Punkt: „Wir bauen eine Verwaltung für die nächsten 30 Jahre, dementsprechend zukunftsgerichtet müssen die Planungen sein“, mahnt die Landespolitikerin. Das bedeute nicht nur, dass das Gebäude technisch auf dem allerneuesten Stand sein müsse, sondern auch Fragen der künftigen Mobilität oder der Aktenführung müssten ausreichend berücksichtigt werden. „Denn wenn in Zukunft immer mehr elektronische statt Papierakten verwendet werden, heißt das doch auch, dass ich gar nicht mehr so viel Platz brauche wie in der Vergangenheit“, so Schmidt. Räume, die bislang für die Aktenlagerung verwendet werden mussten, stünden künftig für eine anderweitige Nutzung zur Verfügung.