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Bernhard PohlBernhard Pohl
24.05.2022

Besuch des Spitalhofs in Kempten: FREIE WÄHLER-Fraktion informiert sich über Untersuchungen zur Gülleausbringung auf Grünland

Herz fordert praxisgerechte Düngeausbringung

Dr. Leopold Herz, landwirtschaftspolitischer Sprecher, Nikolaus Kraus, Mitglied im Landwirtschaftsausschuss, sowie Bernhard Pohl, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, zum Besuch der FREIE WÄHLER Fraktion auf dem Spitalhof in Kemptenzum Thema „Gülleforschung“:

Herz:
„Das Bildungs- und Versuchszentrum Spitalhof in Kempten ist die Hauptversuchsstation der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft hinsichtlich Grünlandversuchen im Freistaat. Hier werden unter anderem umfangreiche Versuche zur Ausbringung und Wirkung von Gülle gemacht. Für uns als FREIE WÄHLER-Fraktion ist klar, dass die Emissionen weiter gesenkt werden müssen. Allerdings sollten die neuen Verfahren auch praxisgerecht sein. Wenn andere Methoden die gleichen Ergebnisse erzielen, müssen diese ebenso möglich sein. Um das zu prüfen, fordern wir das Landwirtschaftsministerium und die Landesanstalt für Landwirtschaft schon seit Langem auf, die Ausgasung von Güllewürsten, die durch streifenförmige Ausbringung entstehen, über einen längeren Zeitraum zu untersuchen.“

Kraus:
„Wir sind sehr verwundert, dass keine weiteren Versuche zur Ammoniak-Emission vorgenommen werden und der Fokus der Untersuchungen auch zukünftig auf der Schleppschuh- und Schleppschlauchtechnik aufbaut. Die Umstellung auf bodennahe Gülleausbringung ist jedoch mit hohen Investitionen verbunden. Daher muss für Landwirte die Sicherheit bestehen, dass alle Alternativen vorab ergebnisoffen und abschließend erprobt wurden. Denn die Situation der kleinen Milchbauern ist durch das weiterhin drohende Verbot aller Formen der Anbindehaltung ohnehin bereits angespannt.“

Pohl:
„Die Düngeverordnung gibt zwar die streifenförmige Ausbringung von Gülle vor. Sie gibt den Ländern jedoch auch die Möglichkeit, von diesem Verfahren abzuweichen, falls andere Methoden zu vergleichbaren Ergebnissen führen. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit einer verbesserten Breitverteilung die gesetzlichen Vorgaben auch ohne kostspielige Technik mit Schleppschuh oder Schleppschlauch erfüllen können. Ich werde mich gemeinsam mit unserer Fraktion auch weiterhin nachdrücklichfür die Erprobung alternativer Techniken mit Breitverteilung einsetzen. Das ist auch die Konsequenz aus unserer erfolgreichen Petition gegen die Pflicht zur streifenförmigen Ausbringung. Im Übrigen sollten wir auch das Tierwohl ernst nehmen: Es ist inzwischen nachgewiesen, dass die bodennahe Ausbringung mit dem Schleppschuh zu erheblichen Düngeresten führt – insbesondere zu Güllewürsten. Diese bedrohen die Gesundheit der Tiere.“